Bildung & Kultur in Dessau-Roßlau
Die vorliegende parlamentarische Initiative ist eine Kleine Anfrage (KA 8/2784) der Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann aus dem März 2025. Die Landesregierung hat dazu am 4. März 2025 schriftlich Stellung genommen. Im Mittelpunkt steht die Zukunft eines landeseigenen Gebäudes in Dessau-Roßlau: das ehemalige Dienstgebäude des Amtes für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Anhalt in der Ferdinand-von-Schill-Straße 24.
Hintergrund ist ein seit Jahren leerstehendes bzw. nur noch teilweise genutztes Landesgebäude, das nach dem Auszug der Behörde weitgehend ungenutzt ist. Aktuell wird lediglich noch ein Teil als Aktenlager verwendet. Die Abgeordnete wollte von der Landesregierung wissen, welche Pläne es für die weitere Nutzung oder einen möglichen Verkauf gibt, welche Kosten entstehen und ob Alternativen zur bisherigen Nutzung geprüft wurden.
Die Antwort der Landesregierung zeigt: Das Gebäude steht grundsätzlich zur Disposition, konkrete neue Nutzungskonzepte gibt es aber nicht. Bisher wurde vor allem eine weitere Nutzung als Verwaltungsstandort geprüft. Andere Optionen – etwa für Wohnen, soziale oder kulturelle Zwecke – wurden nicht vertieft untersucht und wären erst nach einem möglichen Verkauf denkbar. Gleichzeitig ist die Immobilie bislang weder öffentlich zur Verwertung ausgeschrieben noch aktiv vermarktet worden.
Deutlich wird auch die finanzielle Dimension: Das Land gibt jährlich laufende Kosten für das leerstehende Gebäude aus, zuletzt rund 8.000 Euro im Jahr 2024, zusätzlich zu weiteren Instandhaltungs- und Sicherungskosten. Für eine erneute Nutzung wären jedoch erhebliche Investitionen nötig. Je nach Nutzungskonzept müssten mindestens mehrere Millionen Euro eingeplant werden, allein für eine grundlegende Sanierung und Anpassung an heutige Anforderungen wie Barrierefreiheit, Brandschutz und moderne technische Ausstattung.
Für eine vollständige Modernisierung werden rund 5 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig zeigt die Landesregierung auf, dass eine reine Schadensbeseitigung bereits mehrere hunderttausend Euro kosten würde. Eine energetische Sanierung und umfassende Anpassung an zeitgemäße Standards würde die Kosten zusätzlich deutlich erhöhen. Fördermittel des Landes kommen für eigene Landesgebäude nicht infrage, was die Finanzierungsmöglichkeiten einschränkt.
Für Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt ist das Thema relevant, weil es exemplarisch zeigt, wie mit leerstehenden Landesimmobilien umgegangen wird – und welche finanziellen Belastungen entstehen, wenn keine klare Nachnutzung gefunden wird. Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass hier noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes gefallen ist und erheblicher politischer Klärungsbedarf besteht.
Ansprechpartner*innen

Cornelia Lüddemann
Fraktionsvorsitzende; Sprecherin für Mobilität, Landesentwicklung und ländliche Räume
| Tel.: | 0391 560 4004 |
| E-Mail: | cornelia.lueddemann@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | cornelia-lueddemann.de |