Umstrittenes Tagebauprojekt in Etingen-Maschenhorst

Kleine Anfrage vom 11.03.2025

Klima-, Natur-, Umweltschutz & Energie in Sachsen-Anhalt West (Börde, Harz, Salzlandkreis)

Die Kleine Anfrage 8/3379 mit dem Titel „Umstrittenes Tagebauprojekt in Etingen-Maschenhorst“ wurde im Dezember 2025 von der Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) eingereicht. Sie richtet sich an die Landesregierung Sachsen-Anhalt und wurde im Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten beantwortet.

Im Mittelpunkt der Anfrage steht ein geplantes Steinbruch- und Tagebauvorhaben im Gebiet Etingen-Maschenhorst im Flechtinger Höhenzug. Die Abgeordnete wollte unter anderem wissen, wie weit die Planungen für den Rohstoffabbau bereits fortgeschritten sind, welche Rolle bestehende Bergbaurechte spielen und wie sich das Vorhaben mit Natur- und Landschaftsschutz vereinbaren lässt. Außerdem ging es um mögliche Auswirkungen auf Umwelt, Wasserhaushalt, Verkehr und die regionale Bevölkerung.

Die Landesregierung erklärt in ihrer Antwort, dass es sich bei dem Projekt um die Sicherung von Hartgestein handelt, das für Bauwirtschaft und Infrastruktur wichtig ist. Solche Rohstoffe seien standortgebunden – sie könnten also nur dort abgebaut werden, wo sie geologisch vorkommen. Gleichzeitig wird betont, dass das Gebiet im Zuge der Landesplanung als sogenanntes „Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung“ vorgesehen ist. Das bedeutet: Die Nutzung für den Rohstoffabbau wird in der Raumplanung grundsätzlich abgesichert, auch wenn das Gebiet teilweise unter Naturschutz steht.

Gleichzeitig macht die Landesregierung deutlich, dass der Eingriff in Natur und Umwelt nicht ausgeblendet wird. Mögliche Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Lärm, Staub, Verkehr und das Grundwasser sollen in späteren Genehmigungsverfahren im Detail untersucht werden. Erst dann wird entschieden, ob und unter welchen Auflagen ein Abbau tatsächlich stattfinden darf. Auch Ausgleichs- und Schutzmaßnahmen sollen dabei eine Rolle spielen.

Hintergrund der politischen Initiative ist die kontroverse Abwägung zwischen wirtschaftlicher Rohstoffversorgung und Naturschutz. Der Flechtinger Höhenzug ist nicht nur ein wichtiger Naturraum, sondern auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Gleichzeitig sieht die Landesregierung einen Bedarf an heimischen Baustoffen, um Bauprojekte und Infrastruktur langfristig zu sichern.

Für die Menschen in Sachsen-Anhalt ist das Thema besonders relevant, weil ein möglicher Tagebau Auswirkungen auf die Lebensqualität vor Ort haben könnte – etwa durch mehr Schwerlastverkehr, Lärm oder Eingriffe in Natur und Landschaft. Gleichzeitig geht es um wirtschaftliche Fragen wie Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze in der Rohstoffindustrie und die Zukunft regionaler Infrastrukturprojekte.

Die Kleine Anfrage dient damit vor allem der politischen Kontrolle: Sie soll Transparenz darüber schaffen, wie die Landesregierung zwischen wirtschaftlichen Interessen und Umwelt- sowie Anwohnerschutz abwägt.

Ansprechpartner*innen

Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann

Fraktionsvorsitzende; Sprecherin für Mobilität, Landesentwicklung und ländliche Räume

Tel.:0391 560 4004
E-Mail: cornelia.lueddemann@gruene-fraktion-lsa.de
Web: cornelia-lueddemann.de
Wolfgang Aldag
Wolfgang Aldag

Sprecher für Klima, Natur, Umwelt und Kultur

Tel.:0391 560 4023
E-Mail: wolfgang.aldag@gruene-fraktion-lsa.de
Web: wolfgangaldag.de
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