Standorte des Landesarchivs

Kleine Anfrage vom 30.04.2026

Bildung & Kultur in Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt Süd (Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Burgenlandkreis), Sachsen-Anhalt West (Börde, Harz, Salzlandkreis)

Mit einer Kleinen Anfrage haben die Landtagsabgeordneten Kerstin Eisenreich (Die Linke) und Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) im April 2026 die Landesregierung zu den Standorten des Landesarchivs Sachsen-Anhalt befragt. Ziel der parlamentarischen Initiative ist es, mehr Klarheit über die Zukunft der Außenstellen in Merseburg und Wernigerode, die geplante Erweiterung des Archivstandorts in Magdeburg sowie die Auswirkungen auf Beschäftigte und die Archivarbeit zu erhalten.

Hintergrund der Anfrage ist das seit mehreren Jahren verfolgte Standortkonzept der Landesregierung. Es sieht vor, ein zweites Magazin am Standort Magdeburg zu errichten und anschließend die Außenstellen in Merseburg und Wernigerode zu schließen. Da sich die Finanzierung des Bauvorhabens verzögert, herrscht für die Beschäftigten der beiden Standorte seit längerer Zeit Unsicherheit über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze.

Die Landesregierung teilt mit, dass die Baukosten für das geplante zweite Archivmagazin derzeit auf rund 27 Millionen Euro geschätzt werden. Das Vorhaben steht auf der Prioritätenliste für große Bauprojekte des Landes. Planungsmittel sollen nach Möglichkeit im Haushalt 2027/2028 eingeplant werden. Erst danach könne ein verbindlicher Zeitplan für Bau und Umsetzung erstellt werden.

Nach Angaben der Landesregierung sind die denkmalgeschützten Archivstandorte in Merseburg und Wernigerode sanierungsbedürftig und verfügen kaum noch über freie Lagerkapazitäten. Ein weiterer Ausbau sei dort nicht möglich. Deshalb hält die Landesregierung an ihrem Ziel fest, die Bestände künftig in Magdeburg zu konzentrieren und die beiden Außenstellen nach Fertigstellung des neuen Magazinbaus zu schließen. Die Beschäftigten würden nach Angaben des Ministeriums seit Jahren regelmäßig über den Planungsstand informiert.

Bis zur Schließung übernehmen die Außenstellen weiterhin Archivgut. In Merseburg werden insbesondere Unterlagen staatlicher Stellen aus der Zeit vor 1990 sowie Ergänzungen zu bestehenden Beständen archiviert. Nach einer möglichen Schließung soll die Zuständigkeit für neue Archivbestände vollständig auf den Standort Magdeburg übergehen. Die Landesregierung sieht dadurch keine Einschränkungen bei der Archivierung oder der fachlichen Unterstützung regionaler Archive und Notfallverbünde.

Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass die Zukunft des Landesarchivs nicht nur die Beschäftigten betrifft. Archive bewahren historische Dokumente, Akten und Karten dauerhaft auf und machen sie für Forschung, Verwaltung und Öffentlichkeit zugänglich. Für Bürger*innen in Sachsen-Anhalt ist das Thema deshalb wichtig, weil es um den Erhalt des kulturellen Erbes, den Zugang zu historischen Quellen und die langfristige Sicherung wichtiger Landesbestände geht. Gleichzeitig zeigt die Anfrage, wie parlamentarische Kontrolle dazu beiträgt, Transparenz über große Infrastruktur- und Organisationsentscheidungen der Landesverwaltung herzustellen.

Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Sebastian Striegel

Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innen, Recht, Digitales Leben, Migration und Religion

Tel.:0391 560 4004
E-Mail: sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de
Web: sebastian-striegel.de
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