Klima-, Natur-, Umweltschutz & Energie in Sachsen-Anhalt
In der Drucksache 8/5639 beantwortet die Landesregierung eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) zum Thema Potenziale der Wärmeerzeugung aus Flussthermie und der Nutzung von Abwasserwärme. Die Anfrage hatte das Ziel, die Perspektiven nachhaltiger Wärmequellen in Sachsen-Anhalt zu beleuchten und Möglichkeiten zur Defossilisierung der Wärmeversorgung im Land auszuloten.
Die Landesregierung sieht in der Wasserthermie – insbesondere Fluss- und Gewässerthermie – ein bedeutendes Potenzial für eine klimaschonende Wärmeversorgung. Es gebe aus wasserwirtschaftlicher Sicht keine grundsätzlichen Hindernisse für eine breite Nutzung, jedoch fehlten bislang praktische Erfahrungen in Genehmigungsfragen und wissenschaftliche Daten zur ökologischen Wirkung auf Gewässer. Die Arbeitsgemeinschaft Wasser von Bund und Ländern erarbeite einen Leitfaden, um ökologische und verfahrensrechtliche Aspekte bei der Nutzung zu klären.
Konkret liegen laut Landesregierung keine abgeschlossenen Pläne zur Errichtung von Flussthermieanlagen vor, wohl aber erste Projektideen etwa in Tangermünde, Halle und Dessau-Roßlau sowie in Salzwedel (Nutzung von Flusswasser zur Wärmeerzeugung). In Tangermünde werde eine Wärmeversorgung mit thermischem Wärmespeicher angestrebt, und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sei ein Projekt zur Nutzung von Klär-Abwasserwärme geplant.
Zu den ökologischen Auswirkungen betont die Landesregierung, dass Gewässeranlagen gemäß Wasserhaushaltsgesetz so betrieben werden müssen, dass keine schädlichen Veränderungen auftreten. Da Daten aus Deutschland zu thermischen Auswirkungen noch begrenzt sind, seien Einzelfallprüfungen notwendig, insbesondere für kleinere Gewässer.
Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innen, Recht, Digitales Leben, Migration und Religion
| Tel.: | 0391 560 4004 |
| E-Mail: | sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | sebastian-striegel.de |