Mobilität in Dessau-Roßlau, Halle (Saale), Magdeburg, Sachsen-Anhalt
Mit einer Kleinen Anfrage hat die Landtagsabgeordnete Cornelia Lüddemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) im Januar 2026 die Landesregierung um Auskunft zur Nutzung und Überlastung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Sachsen-Anhalt gebeten. Ziel der parlamentarischen Initiative ist es, mehr Transparenz darüber zu schaffen, wie stark Regionalzüge und S-Bahnen ausgelastet sind, wo es regelmäßig zu überfüllten Zügen kommt und welche Maßnahmen geplant sind, um das Angebot zu verbessern. Grundlage der jetzt vorliegenden Antwort der Landesregierung sind Daten des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales sowie der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA).
Hintergrund der Anfrage ist die deutlich gestiegene Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs seit Einführung des Deutschlandtickets. Viele Menschen sind häufiger mit Regionalzügen unterwegs, gleichzeitig berichten Fahrgäste immer wieder von vollen Zügen, fehlenden Sitzplätzen und Problemen bei der Fahrradmitnahme. Die Anfrage untersucht deshalb, auf welchen Strecken die Nachfrage besonders hoch ist und ob das bestehende Angebot mit der Entwicklung Schritt halten kann.
Nach Angaben der Landesregierung wurden auf mehreren Bahnstrecken bereits zusätzliche Züge oder größere Fahrzeugkapazitäten eingesetzt. Dadurch habe sich die Situation auf einigen Verbindungen verbessert. Dennoch gibt es weiterhin Strecken, auf denen einzelne Fahrten regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Besonders betroffen sind unter anderem die Verbindungen zwischen Halle und Leipzig, die Strecke Dessau–Berlin, die Verbindung Magdeburg–Leipzig sowie weitere Regionalverbindungen in Richtung Goslar, Wolfsburg oder Gera. Vor allem zu Pendelzeiten, an Wochenenden und an Feiertagen müssen Fahrgäste teilweise stehen oder können in Einzelfällen sogar nicht mehr mitfahren.
Die Landesregierung kündigt weitere Verbesserungen an. So sollen bereits ab April 2026 zusätzliche Kapazitäten auf der Linie RE 7 zwischen Dessau und Berlin bereitgestellt werden. Auf den S-Bahn-Linien zwischen Halle und Leipzig sind ab Herbst 2026 größere Fahrzeuge vorgesehen. Außerdem wird geprüft, weitere Fahrzeuge zu beschaffen und das Angebot auf besonders stark nachgefragten Strecken auszubauen. Als größte Hindernisse nennt die Landesregierung fehlende Fahrzeuge, Personalmangel, begrenzte Bahnsteiglängen und eine teilweise ausgelastete Schieneninfrastruktur.
Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eine zentrale Aufgabe für Sachsen-Anhalt bleibt. Ein zuverlässiger und ausreichend dimensionierter Schienenpersonennahverkehr ist wichtig für Pendlerinnen, Schülerinnen, Studierende sowie für den klimafreundlichen Verkehr insgesamt. Die gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, Engpässe gezielt zu beseitigen und das Bahnangebot langfristig attraktiver zu gestalten.
Ansprechpartner*innen

Cornelia Lüddemann
Fraktionsvorsitzende; Sprecherin für Mobilität, Soziales und Gleichstellung, Ländlicher Raum
| Tel.: | 0391 560 4004 |
| E-Mail: | cornelia.lueddemann@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | cornelia-lueddemann.de |