Wirtschaft, Finanzen & Wissenschaft in Sachsen-Anhalt
Mit einer Kleinen Anfrage hat der Landtagsabgeordnete Olaf Meister (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) im März 2026 die Landesregierung um Auskunft über die Ausbildung im öffentlichen Dienst Sachsen-Anhalts gebeten. Im Mittelpunkt der parlamentarischen Initiative steht die Frage, ob die im Landeshaushalt vorgesehenen Mittel für Ausbildung, duale Studiengänge, Referendariate und Anwärterausbildungen tatsächlich ausgeschöpft werden und ob genügend Nachwuchs für die Landesverwaltung gewonnen werden kann.
Hintergrund der Kleinen Anfrage ist der zunehmende Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst. In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Gleichzeitig gelingt es dem Land nicht immer, alle Ausbildungs- und Studienplätze zu besetzen. Mit der Anfrage soll transparent gemacht werden, wo es Schwierigkeiten gibt und welche Folgen dies für die Handlungsfähigkeit der Landesverwaltung haben kann.
Die Antwort der Landesregierung zeigt, dass in den Jahren 2023 bis 2025 ein Teil der bereitgestellten Ausbildungsmittel ungenutzt blieb. Betroffen sind sowohl klassische Ausbildungen als auch duale Studiengänge, Referendariate und Anwärterausbildungen. Als Gründe nennt die Landesregierung unter anderem eine sinkende Zahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber, kurzfristige Absagen, Ausbildungsabbrüche, organisatorische Veränderungen sowie begrenzte Ausbildungskapazitäten. Auch in einzelnen Ressorts und Landesbehörden konnten nicht alle vorgesehenen Ausbildungs- und Anwärterstellen besetzt werden.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 befanden sich nach Angaben der Landesregierung 2.798 Anwärterinnen, Anwärter und Referendar*innen sowie 328 Auszubildende im öffentlichen Dienst des Landes. Zusammen entspricht dies rund fünf Prozent aller Beschäftigten. Gleichzeitig rechnet die Landesregierung damit, dass bis 2030 rund 7.100 Beschäftigte die Altersgrenze erreichen oder vorzeitig aus dem Landesdienst ausscheiden werden. Im Jahr 2025 konnten 882 Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Ausbildung oder ihrem Studium in den Landesdienst übernommen werden.
Mit der Kleinen Anfrage will Olaf Meister aufzeigen, wie gut Sachsen-Anhalt auf den bevorstehenden Generationenwechsel im öffentlichen Dienst vorbereitet ist. Ausreichend ausgebildete Fachkräfte sind entscheidend dafür, dass Schulen, Polizei, Finanzverwaltung, Justiz und viele weitere Behörden auch künftig zuverlässig arbeiten können. Das Thema betrifft daher alle Bürger*innen in Sachsen-Anhalt, denn eine leistungsfähige Verwaltung ist eine wichtige Voraussetzung für funktionierende öffentliche Dienstleistungen und einen handlungsfähigen Staat.
Ansprechpartner*innen

Olaf Meister
Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft sowie Tourismus
| Tel.: | 0391 560 4017 |
| E-Mail: | olaf.meister@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | olaf-meister.de |