Sicherheit & Mitbestimmung in Halle (Saale)
Mit einer Kleinen Anfrage hat der Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) im März 2026 die Landesregierung um Auskunft zu einer polizeilichen Nachfahrt mit anschließendem schweren Verkehrsunfall in Halle (Saale) am 3. Januar 2026 gebeten. Die Initiative soll transparent aufklären, wie es zu dem Einsatz kam, ob die geltenden Regeln für polizeiliche Verfolgungsfahrten eingehalten wurden und wie die Landesregierung den Ablauf im Nachhinein bewertet.
Hintergrund der Kleinen Anfrage ist ein schwerer Verkehrsunfall, der sich nach einer Nachfahrt der Polizei ereignete und bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Nach Angaben der Landesregierung war einer Polizeistreife ein Fahrzeug aufgefallen, dessen hinteres Kennzeichen nur provisorisch befestigt war. Eine Überprüfung ergab, dass das Kennzeichen zu einem anderen Fahrzeug gehörte. Als die Polizei den Wagen kontrollieren wollte, ignorierte der Fahrer das Anhaltesignal und flüchtete.
Die Nachfahrt begann um 20:27 Uhr und endete bereits vier Minuten später mit einem schweren Verkehrsunfall. Während der Flucht fuhr das Fahrzeug zunächst mit etwa 40 bis 60 km/h, beschleunigte später jedoch auf bis zu 120 km/h. Die Verfolgung führte über mehrere Straßen im Süden von Halle (Saale), bevor der flüchtende Wagen in den Gegenverkehr geriet und mit einem anderen Auto zusammenstieß. Neben den sechs Insassen des flüchtenden Fahrzeugs wurde auch eine unbeteiligte Person verletzt. Außerdem entstand Sachschaden an einem Verkehrsschild.
Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass das Lage- und Führungszentrum der Polizei unmittelbar nach Beginn der Nachfahrt informiert wurde und den Einsatz übernahm. Den eingesetzten Beamtinnen und Beamten wurde unter anderem vorgegeben, die Verhältnismäßigkeit jederzeit zu beachten, die Verfolgung bei einer zu großen Gefährdung abzubrechen, nicht auf die Gegenfahrbahn zu fahren sowie das flüchtende Fahrzeug weder abzudrängen noch zu rammen. Gegen den Fahrer des flüchtenden Fahrzeugs wurden anschließend mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Urkundenfälschung, Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz, fahrlässiger Körperverletzung und eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens.
Nach Einschätzung der Landesregierung wurden die seit der Überarbeitung geltenden Leitlinien für polizeiliche Nachfahrten in diesem Fall eingehalten. Anhaltspunkte dafür, dass die Polizei den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt habe, sieht sie nach den vorliegenden Informationen nicht. Die Kleine Anfrage trägt dazu bei, einen Einsatz mit schwerwiegenden Folgen parlamentarisch aufzuarbeiten und transparent zu machen, wie die Polizei in solchen Gefahrensituationen handelt. Für die Bürger*innen in Sachsen-Anhalt ist das Thema von großer Bedeutung, weil es den Ausgleich zwischen einer wirksamen Strafverfolgung und der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer betrifft.
Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innen, Recht, Digitales Leben, Migration und Religion
| Tel.: | 0391 560 4004 |
| E-Mail: | sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | sebastian-striegel.de |