Methanausstoß in Sachsen-Anhalt

Kleine Anfrage vom 08.12.2025

Klima-, Natur-, Umweltschutz & Energie in Sachsen-Anhalt

Sebastian Striegel beleuchtet mit dieser Anfrage einen oft unterschätzten, aber hochwirksamen Faktor des Klimawandels: Methan. Das Gas ist über einen Zeitraum von 100 Jahren etwa 28-mal klimaschädlicher als CO2. Die Anfrage macht deutlich, dass Sachsen-Anhalt zwar Fortschritte bei der Emissionsminderung erzielt hat, aber gerade in der Landwirtschaft und bei der Umsetzung neuer EU-Vorgaben für die Energieinfrastruktur noch erhebliche Hausaufgaben vor sich hat, um die Klimaziele des Landes abzusichern.

Emissionstrend: Die Methanemissionen in Sachsen-Anhalt sanken von 1,46 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2020 auf 1,30 Mio. Tonnen im Jahr 2022. Methan macht damit etwa 4,6 % der gesamten Treibhausgasemissionen des Landes aus.

Hauptverursacher Landwirtschaft: Mit Abstand größte Quelle ist die Landwirtschaft (ca. 75 % des Methanausstoßes). Hier dominiert die Rinderhaltung (Verdauungsprozesse), die allein für 0,76 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent verantwortlich ist.

Weitere Quellen: Nennenswerte Emissionen stammen zudem aus Deponien (ca. 171 kt CO2-Äq.) und stationären Feuerungsanlagen. Auf Unternehmensebene meldeten Entsorgungsbetriebe wie in Halle-Lochau oder im Landkreis Harz die höchsten Einzelwerte.

EU-Methanverordnung im Verzug: Der Vollzug der neuen EU-Regeln für fossile Infrastrukturen befindet sich in Sachsen-Anhalt noch im Aufbau. Es fehlen belastbare Daten darüber, wie viel Methan bei der Einspeisung von Biomethan in das Erdgasnetz entweicht.

Biogasanlagen unter der Lupe: Bei Biogasanlagen wird auf den „Stand der Technik“ verwiesen. Betreiber müssen zwar alle drei Jahre Dichtheitsprüfungen (z. B. mit Infrarotkameras) durchführen, eine systematische Erfassung des sogenannten „Methanschlupfs“ durch das Land erfolgt jedoch nicht.

Fehlende Strategie: Die Landesregierung räumt ein, dass sie keinen spezifischen Reduktionspfad für Methanemissionen festgeschrieben hat. Die Minderung soll indirekt über allgemeine Maßnahmen im „Ressortplan KLIMA“ (z. B. Beratung von Landwirten) erreicht werden.

Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Sebastian Striegel

Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innenpolitik, Recht, Energie und Digitalisierung

Tel.:0391 560 4004
E-Mail: sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de
Web: sebastian-striegel.de
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