Mobilität in Dessau-Roßlau, Halle (Saale), Magdeburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen-Anhalt Nord (Altmark-Kreise), Sachsen-Anhalt Ost (Jerichower Land, Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld), Sachsen-Anhalt Süd (Mansfeld-Südharz, Saalekreis, Burgenlandkreis), Sachsen-Anhalt West (Börde, Harz, Salzlandkreis)
Die Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus März 2026 beschäftigt sich mit der Sicherheit von Zugpersonal im Schienenpersonennahverkehr in Sachsen-Anhalt. Hintergrund sind zunehmende Fälle von Beleidigungen, Bedrohungen und körperlichen Angriffen auf Beschäftigte in Regionalzügen. Mit der parlamentarischen Initiative wollte die Abgeordnete von der Landesregierung erfahren, wie die aktuelle Lage eingeschätzt wird, welche Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt werden und ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
In ihrer Antwort bestätigt die Landesregierung, dass die Gewalt gegen Zugbegleiter*innen und Servicepersonal auch in Sachsen-Anhalt spürbar zugenommen hat. Um die Sicherheit zu verbessern, wurde 2025 ein zusätzliches Sicherheitsbudget von einer Million Euro pro Jahr eingerichtet. Damit werden unter anderem Deeskalationstrainings finanziert, die Beschäftigten auf schwierige Situationen vorbereiten, sowie technische Ausstattung wie Bodycams gefördert. Außerdem arbeiten das Land, die Eisenbahnunternehmen, die Bundespolizei und weitere Partner enger zusammen, um Gewalt im Bahnverkehr vorzubeugen.
Die Landesregierung erläutert zudem, welche Sicherheitsvorgaben bereits in den Verkehrsverträgen für den Regionalverkehr gelten. In fast allen Regionalzügen ist eine Begleitung durch Kundenbetreuerinnen vorgeschrieben. Viele Züge verfügen außerdem über Videoüberwachung, und auf ausgewählten Strecken werden zusätzlich Sicherheitskräfte eingesetzt. Eine flächendeckende Doppelbesetzung mit zwei Zugbegleiterinnen gibt es jedoch nicht. Nach Berechnungen der Landesregierung würde dies zusätzliche Kosten von rund 30 bis 35 Millionen Euro pro Jahr verursachen.
Auch der Einsatz von Bodycams spielt inzwischen eine Rolle. Derzeit bieten unter anderem die DB Regio Südost und die Hanseatische Eisenbahn ihren Beschäftigten das freiwillige Tragen solcher Kameras an. Darüber hinaus verweist die Landesregierung auf bundesweite Initiativen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr. Dazu gehören der Ausbau der Videoüberwachung, mehr Personal in Nahverkehrszügen, ein besserer Schutz von Beschäftigten vor Angriffen sowie Maßnahmen, um Konfliktsituationen bei Fahrkartenkontrollen zu verringern.
Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr nicht nur die Beschäftigten betrifft, sondern auch alle Fahrgäste. Wer sich in Zügen sicher fühlt, nutzt den öffentlichen Verkehr eher und trägt damit zu einer klimafreundlichen Mobilität bei. Gleichzeitig zeigt die Antwort der Landesregierung, welche Maßnahmen bereits umgesetzt werden und an welchen Stellen weitere Verbesserungen notwendig sind, um Gewalt im Bahnverkehr wirksam einzudämmen und den Regionalverkehr in Sachsen-Anhalt sicherer zu machen.
Ansprechpartner*innen

Cornelia Lüddemann
Fraktionsvorsitzende; Sprecherin für Mobilität, Soziales und Gleichstellung, Ländlicher Raum
| Tel.: | 0391 560 4004 |
| E-Mail: | cornelia.lueddemann@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | cornelia-lueddemann.de |