Fraßschäden durch Zugvögel auf landwirtschaftlichen Flächen, Ausgleich für Schäden und für naturschutzfachliche Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte

Kleine Anfrage vom 08.03.2024

Klima-, Natur-, Umweltschutz & Energie in Sachsen-Anhalt

Landwirte in Sachsen-Anhalt erleiden durch zunehmende Fraßschäden von Zugvögeln – insbesondere Gänse und Kraniche – wirtschaftliche Verluste. Konkrete Schadensmeldungen des Bauernverbandes (5.000 Hektar betroffene Fläche) werden genannt, doch die tatsächliche Dimension der Schäden bleibt unklar, da die Landesregierung keine systematische Erfassung (z. B. durch Gänsemonitoring) betreibt und sich auf veraltete Daten (2010–2020) und ehrenamtliche Zählungen stützt.

Die Landesregierung lehnt direkte Entschädigungen für Betroffene ab und verweist stattdessen auf Billigkeitsleistungen nach § 68 BNatSchG. Ob diese ausgezahlt wurden, bleibt unklar. Statt finanzieller Unterstützung (wie in anderen Bundesländern) setzt Sachsen-Anhalt auf Jagdregulierung (Bejagung von Saat-, Bläss- und Graugans in Schutzgebieten zur Schadensabwehr) und praktische Maßnahmen wie das lange Belassen von Ernteresten (Rüben, Mais) oder Extensivierung von Grünland. Doch selbst diese freiwilligen Lösungen scheitern oft an fehlenden Fördermitteln – die vorhandenen AUKM-Gelder sind bereits ausgeschöpft, und neue Programme sind nicht geplant.

Die Landesregierung setzt auf unzureichend finanzierte Freiwilligenlösungen und verweist auf Jagdrecht, obwohl geschützte Arten (wie die Weißwangengans) kaum regulierbar sind. Statt präventiver Strategien (wie in anderen Bundesländern) dominieren leere Verweise auf „Billigkeitsleistungen“ und unverbindliche Kooperationsangebote.

Ansprechpartner*innen

Dorothea Frederking
Dorothea Frederking

Sprecherin für Landwirtschaft, Tierschutz, Verbraucherschutz, Medien und Europa

Tel.:0391 560 4021
E-Mail: dorothea.frederking@gruene-fraktion-lsa.de
Web: dorothea-frederking.de
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