Wirtschaft, Finanzen & Wissenschaft in Sachsen-Anhalt
Im September 2024 hat der Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung im Landtag von Sachsen-Anhalt eingereicht. Thema der parlamentarischen Initiative ist die mögliche Errichtung eines sachsen-anhaltischen beziehungsweise mitteldeutschen Wirtschaftsarchivs. Dabei geht es um die Frage, wie wichtige Unterlagen, Dokumente und Zeugnisse der Wirtschaftsgeschichte auch für die Zeit nach 1990 dauerhaft gesichert werden können.
Hintergrund der Anfrage ist, dass das Landesarchiv Sachsen-Anhalt bislang vor allem Unterlagen staatlicher Betriebe aus der Zeit vor der deutschen Wiedervereinigung archiviert. Dokumente privater Unternehmen aus der Zeit nach 1990 werden dagegen bisher nicht systematisch gesichert. Nach Ansicht von Sebastian Striegel entsteht dadurch eine Lücke in der wirtschaftlichen Erinnerungskultur des Landes. Gerade in einer Region wie Mitteldeutschland mit ihrer langen Industrie- und Wirtschaftsgeschichte könnten wichtige Informationen über Unternehmen, Arbeitswelt und Strukturwandel verloren gehen.
In seiner Anfrage erkundigt sich Striegel unter anderem danach, ob die Landesregierung Gespräche über ein gemeinsames Wirtschaftsarchiv für Mitteldeutschland führt, welche Organisationsform denkbar wäre und ob Fördermittel aus dem Strukturwandel – sogenannte „Kohlemittel“ – für ein solches Projekt eingesetzt werden könnten. Außerdem fragt er, ob der bisherige Standort des Landesarchivs in Merseburg künftig als Ort für ein Wirtschaftsarchiv genutzt werden könnte. Merseburg liegt mitten in der mitteldeutschen Strukturwandelregion und gilt deshalb als möglicher geeigneter Standort.
Die Landesregierung bestätigt in ihrer Antwort zwar, dass ihr entsprechende Vorschläge bekannt sind, sieht die Archivierung privater Unternehmensunterlagen jedoch nicht als staatliche Aufgabe an. Gleichzeitig erklärt sie, dass Fördermittel aus dem Strukturstärkungsgesetz grundsätzlich für neue archivische oder museale Einrichtungen genutzt werden könnten. Konkrete Planungen oder Projektanträge für ein mitteldeutsches Wirtschaftsarchiv liegen laut Landesregierung derzeit allerdings noch nicht vor.
Für Bürger*innen in Sachsen-Anhalt ist das Thema relevant, weil Archive wichtige Teile der Landesgeschichte bewahren. Sie dokumentieren, wie Regionen wirtschaftlich gewachsen sind, wie sich Arbeitsplätze verändert haben und welche Folgen der Strukturwandel für Menschen und Unternehmen hatte. Ein Wirtschaftsarchiv könnte helfen, dieses Wissen langfristig zu sichern und für Forschung, Bildung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gerade im mitteldeutschen Revier, das sich weiterhin im Wandel befindet, spielt die Aufarbeitung der Industrie- und Wirtschaftsgeschichte eine wichtige Rolle für die regionale Identität und die Zukunftsentwicklung Sachsen-Anhalts.
Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innenpolitik, Recht, Energie und Digitalisierung
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| E-Mail: | sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | sebastian-striegel.de |

Olaf Meister
Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft und Tourismus
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| E-Mail: | olaf.meister@gruene-fraktion-lsa.de |
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