Wirtschaft, Finanzen & Wissenschaft in Sachsen-Anhalt
Die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Olaf Meister (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus Mai 2026 beschäftigt sich mit der Frage, wie Forschungsergebnisse aus den Hochschulen in Sachsen-Anhalt schneller den Weg in erfolgreiche Startups finden können. Mit der parlamentarischen Initiative wollte der Abgeordnete von der Landesregierung erfahren, wie der Transfer von Patenten und anderem geistigen Eigentum aus der Wissenschaft in junge Unternehmen funktioniert, wo Hürden bestehen und wie Gründungen aus Hochschulen besser unterstützt werden können.
Hintergrund ist, dass Sachsen-Anhalt bei der Zahl der Startup-Gründungen bundesweit im unteren Bereich liegt, obwohl an den Hochschulen regelmäßig innovative Ideen und neue Technologien entstehen. Damit aus diesen Innovationen erfolgreiche Unternehmen werden können, müssen Patente, Software oder anderes geistiges Eigentum häufig von der Hochschule auf die Gründerinnen und Gründer übertragen werden. Dieser sogenannte IP-Transfer ist eine wichtige Voraussetzung, um Investoren zu gewinnen und neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Die Antwort der Landesregierung zeigt, dass die Hochschulen im Land bereits über Strukturen für Wissens- und Technologietransfer verfügen. Tatsächliche Übertragungen von geistigem Eigentum an Ausgründungen finden jedoch bislang nur vergleichsweise selten statt und unterscheiden sich deutlich zwischen den einzelnen Hochschulen. Übertragen werden vor allem Patente und Markenrechte, während Software, Know-how oder andere Schutzrechte bislang eine geringere Rolle spielen. Gescheiterte Übertragungen sind nach Angaben der Hochschulen die Ausnahme.
Deutlich wird außerdem, dass es bisher keine landesweit einheitliche Strategie für den Umgang mit geistigem Eigentum bei Hochschulausgründungen gibt. Die einzelnen Hochschulen verfolgen unterschiedliche Verfahren und Regelungen. Um diese Prozesse einfacher, transparenter und gründungsfreundlicher zu gestalten, hat das Land gemeinsam mit den Hochschulen einen Austausch begonnen. Ziel ist es, Verfahren stärker zu vereinheitlichen, den Technologietransfer zu beschleunigen und Gründungen aus der Wissenschaft besser zu unterstützen. Ergänzend fördert das Land Gründungszentren, Beratungsangebote und Programme für innovative Unternehmensgründungen.
Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass erfolgreiche Startups nicht nur gute Ideen brauchen, sondern auch klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Für Sachsen-Anhalt ist das Thema von großer Bedeutung, weil Ausgründungen aus Hochschulen Innovationen in die Wirtschaft bringen, neue Arbeitsplätze schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken können. Die Initiative trägt dazu bei, bestehende Hindernisse sichtbar zu machen und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Wirtschaft weiter zu verbessern.
Ansprechpartner*innen

Olaf Meister
Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft sowie Tourismus
| Tel.: | 0391 560 4017 |
| E-Mail: | olaf.meister@gruene-fraktion-lsa.de |
| Web: | olaf-meister.de |