Domplatz 2-3

Kleine Anfrage vom 19.02.2026

Bildung & Kultur in Magdeburg

Die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Olaf Meister (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus Februar 2026 beschäftigt sich mit dem Gebäude Domplatz 2–3 in Magdeburg, dem heutigen Sitz des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz. Mit der parlamentarischen Initiative wollte der Abgeordnete klären, ob das historische Gebäude wieder um seine ursprüngliche Vorfahrt mit Säulen und Überdachung ergänzt werden kann und wie die Landesregierung zu einer solchen Wiederherstellung steht. Außerdem fragte er nach möglichen Resten eines mittelalterlichen Kellers im Gebäude und deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit.

Hintergrund der Anfrage ist die Diskussion über die weitere Gestaltung des historischen Domplatzes in Magdeburg. Das frühere Königlich Preußische Stadtschloss wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde die markante Überdachung der Vorfahrt nicht wieder errichtet. Erhalten blieben lediglich die Treppenanlage und die Fundamente der Säulen, wodurch der Eingangsbereich bis heute unvollständig wirkt. Aus Sicht vieler Menschen trägt eine Rekonstruktion dazu bei, das historische Barockensemble am Domplatz wieder harmonischer erscheinen zu lassen.

Die Landesregierung erklärt in ihrer Antwort, dass eine Wiederherstellung der historischen Vorfahrt technisch grundsätzlich möglich wäre. Eine konkrete Planung gibt es jedoch derzeit nicht. Deshalb liegt auch noch keine denkmalfachliche Bewertung vor. Zudem wurde das Vorhaben bislang nicht als dringende Baumaßnahme angemeldet. Ob eine Umsetzung erfolgen kann, hängt nach Angaben der Landesregierung vor allem von den verfügbaren Haushaltsmitteln ab. Grundsätzlich begrüßt sie jedoch die Prüfung einer Vervollständigung des historischen Ensembles. Als mögliches Vorbild nennt sie den Wiederaufbau des Sterntors in Magdeburg, der mit Unterstützung privater Initiativen und Spendengeldern verwirklicht wurde.

Auch nach einem historischen Keller, der sogenannten Dornitz, fragte Olaf Meister. Nach Angaben der Landesregierung gibt es derzeit keinen zugänglichen Bereich im Kellergeschoss, der als Rest dieser mittelalterlichen Halle genutzt oder besichtigt werden könnte. Deshalb ist auch eine zeitweise Öffnung für die Öffentlichkeit, etwa am Tag des offenen Denkmals, derzeit nicht vorgesehen.

Die Kleine Anfrage macht deutlich, dass Denkmalschutz und Stadtentwicklung nicht nur historische Fragen sind, sondern auch das heutige Stadtbild und die Identität einer Stadt prägen. Für die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt ist das Thema relevant, weil der Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung bedeutender Kulturdenkmale zur Attraktivität der Städte beitragen, Geschichte sichtbar machen und den Tourismus sowie das kulturelle Erbe des Landes stärken können.

Ansprechpartner*innen

Olaf Meister
Olaf Meister

Sprecher für Wirtschaft, Finanzen, Kommunales, Wissenschaft sowie Tourismus

Tel.:0391 560 4017
E-Mail: olaf.meister@gruene-fraktion-lsa.de
Web: olaf-meister.de
Wie hat dir der Beitrag gefallen?