Betrugsdelikte zum Nachteil älterer Menschen

Kleine Anfrage vom 19.08.2025

Sicherheit & Mitbestimmung in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wurden 2022 bis Mitte 2025 jedes Jahr tausende Betrugsdelikte zum Nachteil von Menschen über 60 Jahren registriert; allein 2022 waren es 5.087 Fälle, 2023 5.390, 2024 3.934 und im ersten Halbjahr 2025 bereits 1.216. Besonders häufig waren Enkeltrick- und Schockanrufe sowie sonstige Betrugsformen, während Gewinnbenachrichtigungen, Abofallen und Spendenbetrug zahlenmäßig deutlich seltener vorkamen. Die Aufklärungsquote blieb insgesamt eher niedrig, stieg aber im ersten Halbjahr 2025 auf 36,3 Prozent; bei Enkeltrick und Schockanrufen lag sie dagegen durchweg nur bei rund 4 bis 9 Prozent. Zusätzlich zeigt die Antwort, dass viele Taten aus dem Ausland begangen werden oder dort verortet werden: Diese Auslandstaten nahmen besonders stark zu und erreichten im ersten Halbjahr 2025 bereits 2.019 Fälle, bei gleichzeitig sehr niedriger Aufklärungsquote von nur 2,9 Prozent. Die Landesregierung rechnet deshalb weiter mit hohen Fallzahlen und großen Schadenssummen, auch weil ältere Menschen häufiger betroffen sind und viele Fälle aus Scham oder Angst wohl gar nicht angezeigt werden. Die Polizei setzt auf Prävention durch Regionalbereichsbeamte, Seniorensicherheitsberater, Aufklärungsveranstaltungen, Medienarbeit, Zusammenarbeit mit Banken und Sparkassen sowie länderübergreifende Ermittlungen; zusätzlich soll ein eigener landesspezifischer Maßnahmenkatalog entwickelt werden.

Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel

Sebastian Striegel

Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innenpolitik, Recht, Energie und Digitalisierung

Saalekreis, Burgenlandkreis, Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Altkreis Bitterfeld und Köthen)

Tel.:0391 560 4004
E-Mail: sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de
Web: sebastian-striegel.de
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