Aggressionsdelikte und Gewalthandlungen zum Nachteil von Polizeibeamtinnen und -beamten im Jahr 2025

Kleine Anfrage vom 11.02.2026

Sicherheit & Mitbestimmung in Sachsen-Anhalt

Die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus Februar 2026 beschäftigt sich mit Aggressionsdelikten und Gewalthandlungen gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte im Jahr 2025 in Sachsen-Anhalt. Mit der parlamentarischen Initiative wollte der Abgeordnete einen Überblick darüber erhalten, wie häufig Polizistinnen und Polizisten Opfer von Angriffen werden, in welchen Einsatzsituationen solche Vorfälle stattfinden und wie viele Einsatzkräfte dabei verletzt wurden. Ziel der Anfrage ist es, die Entwicklung von Gewalt gegen Polizeibeschäftigte transparent zu machen und eine Grundlage für geeignete Schutzmaßnahmen zu schaffen.

Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass im Jahr 2025 insgesamt 1.179 Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamtinnen und -beamte registriert wurden. In 1.050 Fällen richteten sich diese gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte. Zusätzlich wurden 16 Fälle gefährlicher Körperverletzung und zwei Fälle räuberischen Diebstahls erfasst, bei denen insgesamt 33 Polizeibeamtinnen und -beamte Opfer wurden. Die Zahlen stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Landesregierung gibt außerdem Auskunft darüber, in welchen Zusammenhängen Angriffe auf Polizeikräfte registriert wurden. Die meisten Vorfälle standen nicht im Zusammenhang mit besonderen Veranstaltungen, während weitere Fälle unter anderem bei Fußballspielen, Demonstrationen, Volksfesten oder Musikveranstaltungen erfasst wurden. Eine detaillierte Erfassung nach konkreten Einsatzarten – etwa Streifendienst, Verkehrskontrollen oder Einsätzen bei häuslicher Gewalt – erfolgt in der Polizeilichen Kriminalstatistik bislang jedoch nicht.

Ergänzend wurden Daten aus den Dienstunfallanzeigen der Polizei ausgewertet. Danach wurden im Jahr 2025 insgesamt 115 Polizeibeamtinnen und -beamte durch Angriffe oder Widerstandshandlungen verletzt. 114 Einsatzkräfte erlitten leichte Verletzungen, eine Person wurde schwer verletzt. Die meisten Verletzungen ereigneten sich im allgemeinen Streifendienst, gefolgt von Anhalte- und Kontrollsituationen sowie sonstigen Einsatzlagen. Auch bei Einsätzen wegen häuslicher Gewalt, im Zusammenhang mit Versammlungen oder bei Sportveranstaltungen kam es zu verletzten Polizeikräften.

Die Kleine Anfrage schafft Transparenz über das Ausmaß von Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte und zeigt, in welchen Bereichen besondere Risiken bestehen. Für die Menschen in Sachsen-Anhalt ist das Thema von Bedeutung, weil der Schutz der Einsatzkräfte eine wichtige Voraussetzung für eine funktionierende öffentliche Sicherheit ist. Gleichzeitig liefern die erhobenen Daten eine Grundlage dafür, Präventionsmaßnahmen weiterzuentwickeln und die Arbeitsbedingungen der Polizei zu verbessern.

Ansprechpartner*innen

Sebastian Striegel
Sebastian Striegel

Parlamentarischer Geschäftsführer, Sprecher für Demokratie, Innen, Recht, Digitales Leben, Migration und Religion

Tel.:0391 560 4004
E-Mail: sebastian.striegel@gruene-fraktion-lsa.de
Web: sebastian-striegel.de
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