Abschussbescheid für den Wolf GW4012m

Kleine Anfrage vom 27.05.2026

Ländlicher Raum & Strukturwandel in Sachsen-Anhalt Ost (Jerichower Land, Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld)

Die Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfgang Aldag (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus Mai 2026 befasst sich mit dem Abschuss des Wolfes GW4012m in der Region Kemberg/Bad Schmiedeberg im Landkreis Wittenberg. Mit der parlamentarischen Initiative wollte der Abgeordnete von der Landesregierung erfahren, auf welcher rechtlichen Grundlage der Abschuss erlaubt wurde, welche Behörden beteiligt waren und welche Rolle der Herdenschutz bei der Entscheidung gespielt hat. Außerdem ging es darum, ob die Schutzmaßnahmen für die betroffenen Schafherden ausreichend waren und wie die Entscheidung vor dem Hintergrund früherer Gerichtsentscheidungen zu bewerten ist.

Hintergrund der Anfrage sind wiederholte Wolfsrisse an Schafherden in der Region. Der genetisch nachgewiesene Wolf GW4012m wurde mit mehreren Angriffen auf Nutztiere in Verbindung gebracht. Nach Angaben der Landesregierung waren die betroffenen Weiden bereits mit 1,20 Meter hohen elektrischen Zäunen gesichert, die den empfohlenen Standards für einen verbesserten Herdenschutz entsprechen. Trotzdem kam es erneut zu erheblichen Schäden.

Die Landesregierung erläutert, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen Anfang April 2026 geändert haben. Seitdem fällt der Wolf unter das Jagdrecht, sodass die unteren Jagdbehörden unter bestimmten Voraussetzungen eine Entnahme zulassen können. Im vorliegenden Fall bestätigten Sachverständige des Wolfskompetenzzentrums, dass die Schäden durch einen Wolf verursacht wurden und trotz ausreichender Herdenschutzmaßnahmen eingetreten sind. Deshalb informierte die zuständige untere Jagdbehörde die Jagdausübungsberechtigten darüber, dass die Jagd auf den problematischen Wolf zur Vermeidung weiterer Schäden zulässig ist.

Aus der Antwort geht außerdem hervor, dass vor der Entscheidung Vertreter des zuständigen Ministeriums, des Wolfskompetenzzentrums, des Landesverwaltungsamtes und des Landkreises gemeinsam über die Situation beraten haben. Ausschlaggebend waren die wiederholten Angriffe auf Schafherden: Allein in den ersten beiden Aprilwochen 2026 wurden sechs weitere Wolfsrisse mit insgesamt 40 getöteten und 21 verletzten Schafen gemeldet. Die Landesregierung verweist zudem darauf, dass die betroffenen Herdenschutzmaßnahmen bereits seit 2021 und 2025 durch Förderprogramme des Landes finanziell unterstützt wurden.

Die Kleine Anfrage schafft Transparenz über den Umgang mit problematischen Wölfen nach der geänderten Gesetzeslage. Das Thema ist für viele Menschen in Sachsen-Anhalt von Bedeutung, weil es den Ausgleich zwischen dem Schutz des Wolfs als wildlebender Tierart und dem Schutz von Nutztieren betrifft. Gleichzeitig zeigt die Antwort der Landesregierung, welche Voraussetzungen für einen Abschuss erfüllt sein müssen und welche Rolle ein wirksamer Herdenschutz sowie die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden dabei spielen.

Ansprechpartner*innen

Wolfgang Aldag
Wolfgang Aldag

Sprecher für Klima-, Natur- und Umweltschutz, Bildung sowie Kultur

Tel.:0391 560 4023
E-Mail: wolfgang.aldag@gruene-fraktion-lsa.de
Web: wolfgangaldag.de
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